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"Braucht mein Kind unbedingt einen festen Wohnsitz, um glücklich sein zu können?

 

Ich habe doch das Recht darauf, die Hälfte seiner Lebenszeit mit ihm zu verbringen.

 

Auch braucht ein Kind Vater und Mutter zu gleichen Teilen, um sich gesund entwickeln zu können."

 

Im Zeitalter der Trennungen, Scheidungen und der finanziellen Unsicherheit werden Kinder für die Erwachsenen im besonderen Maß zum Bindungsobjekt, zur einzigen Sicherheit, die den Erwachsenden bleibt, wenn alles um sie wegbricht.

 

Doch wie geht es Kindern, wenn sie die Aufgabe übernehmen, den Eltern Sicherheit und Zufriedenheit zu geben und deshalb keinen festen Wohnsitz haben ?

 

Warum hat sich in den letzten Jahren die Sichtweise auf Kindheit so stark verändert ?
 

Was ist die politische Dimension hinter der Diskussion um das Wechselmodell ?

 

Diesen Fragen möchte sich die Seite "Ein Zuhause für Kinder - Initiative für Kinder ohne festen Wohnsitz" zuwenden.

Unsere Petition auf Change.org

https://www.change.org/p/bundesregierung-mütter-protestieren-gegen-bgh-urteil-zum-wechselmodell

DIE ZEITSCHRIFT ELTERN HAT IN ZUSAMMENARBEIT MIT EMNID EINE NEUE FAMILIENSTUDIE HERAUSGEBRACHT

 

WAHL-STUDIE 2017

Freiheit, bitte! Was Eltern wollen
 
QUELLE:  ELTERN 
Am 24. September wählen wir einen neuen Bundestag. Die Parteien überschlagen sich mit Versprechungen für bessere Familienförderung – von kostenlosen Kitas bis Kindergrundsicherung. Aber: Was wollen Mütter und Väter wirklich? Wie leben, wie arbeiten sie? Wo brauchen sie Unterstützung? In einer repräsentativen ELTERN-Studie mit Kantar Emnid haben wir das untersucht. Die Ergebnisse überraschen. Acht Annahmen – und wie es wirklich ist.
 
Annahme:  Familien haben heute weniger Druck – dank Ausbau der Kinderbetreuung.
 
Wahr ist das Gegenteil: 87 Prozent der Befragten finden, der Druck auf Familien hat eher zugenommen.
Annahme: Mütter wollen immer früher zurück in den Beruf.
Die Zahlen zeigen: Nein, die Mehrheit findet es sinnvoll zu warten, bis das Kind eineinhalb bis drei Jahre alt ist. Nur sehr gut ausgebildete, gut verdienende Frauen favorisieren einen früheren Einstieg.
Annahme: Die meisten Eltern wollen eine paritätische Aufgabenteilung.
 
Die Zahlen zeigen: Das wollen sie nicht, wenn es – entsprechend einem Modell von Familienministerin Manuela Schwesig – bedeutet, dass Mutter und Vater jeweils etwa 30 Stunden pro Woche arbeiten und sich Kinderbetreuung und Haushalt teilen.
 
 
Annahme: Die neuen Väter bringen sich stark in Haushalt und Familie ein.
 
Die Zahlen sagen: So weit sind wir noch nicht. In den meisten Familien dominiert die klassische Rollenverteilung, die Hausarbeit bleibt in weiten Teilen an den Frauen hängen.
 
 
Der vollständige Text ist auf Eltern.de nachzulesen.
 

Der ganz normale Irrsinn aus dem Leben der Kinder einer Zwangswechselmodellfamilie

 

Mittwoch: Kind 1 und Kind 2 (7 und 9 Jahre) wechseln laut gerichtlichem Beschluss zum Vater. Kind 3 (13 Jahre) bleibt noch bei der Mutter, weil de Man und Sünderhauf in der Wechseltabelle schreiben, dass die Abstände bei größeren Kindern größer sein müssen, und Kind 3 die engen Wechselabstände auch nicht aushalten kann wg. Gymnasiumsbesuch.

 


Montag: Kind 3 wechselt laut Umgangsbeschluss zum Vater.


Kind 1 und 2 wechseln laut Umgangsbeschluss nachmittags zur Mutter. Es ist 1. Mai, den sie vormittags mit dem Vater verbringen.


Montag Nachmittag: kaum bei der Mutter angekommen, beginnen Kind 1 und 2 Sachen für die Klassenfahrt zu packen, die ab Dienstag stattfinden soll. Dabei stellen sie fest, dass die Hälfte der Sachen, die für die Klassenfahrt benötigt werden, noch beim Vater sind.

 


Mutter schreibt SMS an Vater, welche Sachen noch fehlen. Kann diese Sachen aber nicht besorgen, da sie Montag Nachmittag arbeiten muss. Sie hat einen Job, bei dem die Arbeitszeiten nicht flexibel sind. Daher telefoniert sie vom Job aus, wie die die fehlenden Sachen für die Klassenfahrt organisiert werden können, und wer die Sachen von A nach B transportieren kann.

 


Kind 2 hat montags eine Arbeitsgemeinschaft in der Schule und kommt erst 18 Uhr zur Mutter nach Hause. Die Mutter wg. beruflicher Verpflichtungen auch, Kind 1 wurde so lange bei Freunden geparkt. 

 


Die zwei Stunden, die die Kinder vor der Klassenfahrt dann noch mit der Mutter verbringen, brüllen sich mehr oder weniger alle nur noch an, weil der Stress mit dem Einpacken und den Anpassungsleistungen nach dem Wechsel leider nicht bewerkstelligt werden kann. Die Kinder sind nervös, aufgeregt, durcheinander.
Um 20 Uhr sinken die Kinder erschöpft und weinend ins Bett, nach zwei ganzen Stunden "Quality time" mit der Mutter innerhalb von 10 Tagen. Die Mutter war früher einmal, vor langer Zeit, ihre Hauptbezugsperson. Von ihrem Geschwisterkind, das sie sehr lieben, sind sie wegen der Wechseltabellen von Sünderhauf und de Man leider getrennt.

 


Dienstag: Kind 1 und 2 fahren auf Klassenfahrt.

 


Freitag: Wegen der gerichtlich festgelegten Umgangsregel holt der Vater die Kinder von der Klassenfahrt ab. Er kann sie aber auch nicht sofort abholen, wenn alle anderen Kinder abgeholt werden, denn er muss ja arbeiten. Deshalb werden die Kinder wieder bei Freunden geparkt. Am späten Nachmittag nimmt sie der Vater mit all ihren Klassenfahrtstaschen dann in Empfang.


Die Kinder kommen seit nahezu 7 Jahren eigentlich nie mehr dort an, von wo sie aufgebrochen sind.


Kind 3 ist laut gerichtlicher Umgangsregel noch beim Vater, die Geschwister können sich also nicht sehen. Denn Kind 3 ist freitags bis zum Abend wegen einer Hochbegabung, die gefördert wird, in einer Arbeitsgemeinschaft beschäftigt.
Freitag Abend: die Kinder wechseln nach wenigen Stunden Aufenthalt beim Vater wegen der gerichtlich festgelegten Umgangsregel zur Mutter.


Samstag und Sonntag: Kinder 1 und 2 sind bei der Mutter, fühlen sich allerdings nicht in der Lage dazu, etwas von der Klassenfahrt zu erzählen.

 

Sie haben ja schon am Freitag alles Papa erzählt und können jetzt nicht mehr, obwohl sie voller Eindrücke sind. So eine Klassenfahrt ist anstrengend, und die Wechsel, das Nicht-Ankommen-können auch. Apathisch verbringen sie die meiste Zeit des Wochenendes allein in ihren Zimmern, am liebsten mit elektronischen Geräten: "Quality-Time": Jetzt noch etwas neues zum Spielen anzufangen lohnt ja nicht; sie müssen eh bald wieder wechseln, ebenso wenig, sich mit Nachbarskindern zu treffen. Was soll man schon mit ihnen spielen, wenn man nicht weiterspielen kann, weil man bald wieder wechseln muss? Die Taschen von der Klassenfahrt liegen achtlos und umausgepackt in der Ecke. Was soll man einpacken, was auspacken? In drei Tagen ist ohnehin schon wieder Kofferpacken angesagt.


Sie vermissen Kind 3.


Kind 3 vermisst Kind 1 und 2 und hätte gern etwas von der Klassenfahrt der leiblichen Geschwister erfahren, ist aber laut gerichtlich festgelegter Umgangsregel beim Vater.


Montag: Kind 3 wechselt zur Mutter zurück. Mutter muss wieder arbeiten und parkt Kind 1 und 2 bei Freunden.


Am Montag Abend sehen sich die Geschwister das erste Mal seit 12 Tagen wieder.


Mittwoch: Kind 1 und 2 wechseln laut gerichtlich festgelegtem Umgang wieder zum Vater. Kind 3 bleibt bis zum Montag laut gerichtlich angeordneter Umgangsregel bei der Mutter.


Und so geht es weiter. Und immer weiter. Und immer weiter. Und immer weiter:

 

Sachen packen, von A nach B schleppen, bei Freunden Zwischenparken, weinen vor Erschöpfung, Sachen packen, von A nach B schleppen, bei Freunden Zwischenparken, weinen vor Erschöpfung, Sachen packen, von A nach B schleppen, bei Freunden Zwischenparken, weinen vor Erschöpfung ...


Alle Kinder leiden unter heftigen Migräneattacken.


Wenn man die Kinder fragt, sagen sie alle: "Wir wollen das Wechselmodell! Denn sonst ist es ungerecht für die Eltern!"


Das Wechselmodell als Regelfall ist das allerbeste, was Kindern passieren kann: Weil sie so "Alltag" mit beiden Eltern leben können. Nicht wahr?

 

Blogbeitrag bei Stadt Land Mama 

- Gastautorin Charlotte zum Wechselmodell

 

TRENNUNG: „WIE DAS WECHSELMODELL UNSERE FAMILIE FAST IN DEN WAHNSINN TRIEB“

 

 

 

 

 

 

Ihr Lieben, "zum Wohl der Kinder", wie oft hat man diesen Spruch schon gehört. Wenn sich Eltern trennen ist das immer ein Einschnitt. Bei unserer Leserin Charlotte aber wurde gegen ihren Willen ein Wechselmodell gerichtlich angeordnet. Was das für sie bedeutete? Das hält man schon beim Lesen kaum aus. Danke für deine Geschichte, Charlotte.

 

"Bis zu unserer Trennung hatte ich noch nie etwas gehört von einem Wechselmodell. Meine Kinder waren noch klein, die Hintergründe der Trennung sehr unschön.
Und eines Tages fanden wir uns vor dem Familiengericht wieder, um über die Zukunft der Kinder zu entscheiden.

 

Ich hatte die beiden mehrere Jahre zu Hause betreut und insgesamt fünf Jahre Elternzeit genommen. Ich war mir sehr sicher, dass dem Vater regelmäßige  Besuchswochenenden eingeräumt werden würden. Dagegen sprach aus meiner Sicht auch nicht viel.

 

Die Realität holte mich ein, als der Richter ein Wechselmodell anordnete. Der Vater hatte das in den Raum geworfen, weil er bei dem Modell keinen Unterhalt würde zahlen müssen. Ich hatte es für eine absurde Idee von ihm gehalten. Weit gefehlt.

 

Die Kinder sollten nun pendeln – eine Woche bei mir und eine Woche beim Vater leben. Ich brach in Tränen aus. Das konnte doch nicht sein. Der Vater und ich sprachen kein Wort miteinander und wir konnten uns zu keinem Thema einigen. Sonst wären wir sicher auch nicht vor dem Familiengericht gelandet.

 

Wie sollte das werden? Die Kinder waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nie von mir getrennt gewesen. Sie waren 3 und 5 Jahre alt. Der Große ein sehr anhängliches Kind. Der Vater brachte sich bis zur Trennung wenig bis gar nicht ein.

 

Ich war gegen ein solches Modell, aber ich wurde ignoriert. Man drohte mir sogar, mir die Kinder ganz wegzunehmen, wenn ich nicht zustimme. Ich stimmte zwar nicht zu, aber es wurde gegen meinen Willen trotzdem beschlossen.

 

Der erste Abschied war hart. Morgens wachten die Kinder bei mir auf und nach der Kita würde der Vater sie abholen. Elias versteckte sich unter dem Bett und wollte nicht zum Kindergarten gehen. Lina verabschiedete sich von ihren Kuscheltieren – von jedem einzelnen. Es dauerte sehr lange. Mir brach es fast das Herz, aber ich sollte die Kinder ja motivieren.

 

( hier geht es weiter)

BZ: Gunnar Schupelius - Mein Ärger

Lasst die Kinder in Frieden. Das Wechselmodell nicht erzwingen!

 

 

28. Februar 2017 18:49

 

Der Bundesgerichtshof hat eine folgenschwere Entscheidung getroffen: Wenn sich Eltern im Streit trennen, kann künftig ein Elternteil das sogenannte Wechselmodell erzwingen, auch wenn sich der andere Elternteil dagegen wehrt.

Unter dem Wechselmodell versteht man, dass Trennungskinder zu gleichen Teilen bei beiden Eltern wohnen. Sie wechseln also wöchentlich oder alle zwei Wochen ihren Wohnsitz.

Bisher wurde im Streitfall das Residenzmodell angeordnet, nach dem die Kinder hauptsächlich bei einem Elternteil leben, also nur einen Wohnsitz haben.

Die Bundesrichter sind nun aber der Meinung, dass auch das Wechselmodell gegebenenfalls den Trennungskindern guttun kann.

Ihr Urteil ist schwer zu verstehen, denn gerade dann, wenn sich die Eltern furchtbar streiten, wird es für das Kind unerträglich, zwischen den verfeindeten Parteien hin- und herzupendeln.

Der Deutsche Familiengerichtstag, ein wichtiges Gremium der Fachleute, empfahl daher im Februar 2014, dass das Wechselmodell nur zugelassen werden dürfe, wenn sich die Eltern einig sind.

Die Bundesrichter urteilten jetzt auf das Gegenteil. Gleichzeitig gaben sie aber zu Protokoll, dass das Pendeln nicht im Interesse der Kinder sein könne, wenn das Verhältnis der Eltern „erheblich konfliktbelastet“ sei.

Das ist ein Widerspruch. Erst sagen die Richter: Ja, das Wechselmodell darf erzwungen werden. Dann sagen sie: Aber gerade wenn es erzwungen wird, ist es eigentlich nicht gut für die Kinder.

* mehr dazu in der BZ online *

"Ein richtiges Zuhause oder Wechselwohnen – Welches ist das richtige Betreuungsmodell für unser Kind, wenn ich mich trenne(n sollte)?“


Diese Frage hat sich in den letzten Jahren wahrscheinlich fast jeder Vater oder jede Mutter schon einmal gestellt.
Die Trennungs- und Scheidungszahlen steigen stetig - und es wird um die Betreuung der Kinder gestritten – mehr denn je.


Ein Wechselmodell erscheint vielen Eltern als der einzige Ausweg im Sog der der Gerechtigkeit und der eigenen Einsamkeit.

 

Kritische Stimmen zum Wechselmodell sind in den Medien kaum zu finden.
Kinder und deren Leben, Erleben und Leiden im Wechselmodell kommen in der öffentlichen Diskussion um das Wechselwohnen kaum zu Wort – das Modell wird fast ausschließlich im Hinblick auf Gerechtigkeitsbedürfnisse der Erwachsenen, auf finanzielle Überlegungen, Zwänge auf dem Arbeitsmarkt und Bindungsbedürfnisse der Erwachsenen diskutiert. Kinder haben sich dem unterzuordnen.


Die öffentliche Meinung über das Modell wird massiv von Väterrechtsverbänden dominiert. Hinzu kommen gleichstellungspolitische Überlegungen, der damit verbundene unaufhaltsame Anstieg der frühkindlichen Fremdbetreuung und finanzielle Überlegungen in der Frauenpolitik (Gender Pay Gap, Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung und die Rentenkassen). Dies sind jedoch alles Überlegungen, die mit dem Erleben und der Gesundheit von Kindern NICHTS zu tun haben.


Ein Wechselmodell kann für Kinder eine Bereicherung sein, wenn sich Eltern freiwillig für das Modell entscheiden und jederzeit dazu bereit sind, ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten der Kinder zurück zu stellen. Damit das Modell nicht zu Lasten der Kinder geht, ist die Bereitschaft, das Modell gegebenenfalls zu beenden, sollten Kinder mit dem Wechselwohnen nicht klar kommen, unabdingbare Voraussetzung.


Leider mehren sich die Fälle, in denen Wechselmodelle im Familiengericht erzwungen oder Familien bei Mediationen unter Drohungen zu einem Wechselmodell genötigt werden. In diesen Fällen ist es kaum möglich, das Modell den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Die Kinder kommen in einen so großen Loyalitätskonflikt, dass sie, meist über Jahre hinweg, sich nicht trauen zu äußern, wenn sie diese Wohnform nicht aushalten können. Um den Waffenstillstand aufrecht zu erhalten, ordnen sich diese Kinder den Bedürfnissen der Erwachsenen nach Gerechtigkeit komplett unter und werden nicht selten davon schwer krank.


Die Initiative „Ein Zuhause für Kinder“ widmet sich der Gruppe von Kindern, die durch ein Wechselmodell gesundheitliche oder seelische Schäden davongetragen haben.


Wirklich unabhängige und valide empirische Forschungen über diese Gruppe sind derzeit kaum verfügbar. Studien über das Wechselmodell folgen meist einem politischem Auftrag oder werden von Väterverbänden finanziert bzw. vermarktet. Deren Ergebnisse sprechen daher fast durchweg positiv über das Modell, die für die Kinder belastenden Seiten des Modells werden konsequent verschwiegen.


Die persönlichen Erfahrungen vieler Eltern, die ihre Kinder beim Wechselwohnen beobachten, stehen im Widerspruch zu diesen derzeitig verfügbaren Forschungen.


Unsere Initiative möchte einen Beitrag zur Aufklärung leisten, Hintergründe der wissenschaftlichen Diskussion offenlegen, Populismus enttarnen, persönliche Erfahrungen schildern und Kindern eine Stimme geben, die unter diesem Modell leiden.

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© Ein Zuhause für Kinder © Photos: Philippe Put